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Gesund bleiben

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February 5, 2014

Polyphasischer Schlaf – Eine Lösung für Menschen mit Schlafstörungen?

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Wer kennt das nicht: Man wacht am Morgen nach den gewohnten rund acht Stunden Schlaf auf und quält sich aus dem Bett, im Bewusstsein, einen Drittel des Tages geschlafen zu haben und trotzdem den ganzen Tag wieder fast umzufallen vor Müdigkeit. Verschiedene Strömungen bieten nun den vermeintlichen Ausweg aus diesem Dilemma: Alternative Schlafmodelle, durch die man den Schlaf deutlich reduzieren kann, indem man die Schlafphasen über die gesamten 24 Stunden eines Tages Verteilt. Eine Lösung für Menschen mit Einschlafproblemen?

140205_PolyphasischerSchlaf

 

Die unterschiedlichen Schlafmodelle

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Schlafmodelle unterteilen in Monophasisch und Polyphasisch.

Polyphasische Schlafmodelle beruhen auf der Idee, den gewohnten Schlafrhythmus aufzubrechen und statt einer langen Schlafphase mehrere kurze abzuhalten. Die Zielsetzung sieht dabei vor, dass ein effektiverer Ausgleich zwischen Erholung und Leistung hergestellt werden kann. „Ineffiziente“ Tiefschlafphasen können so verringert oder gar ganz vermieden werden, wodurch mehr Zeit bleibt, um Verpflichtungen nachzugehen oder die neu dazugewonnene Freizeit zu geniessen.

1_monophasischer Schlaf

Mono (aus dem Altgriechischen für allein, einzig) steht dabei für den uns gewohnten Schlafrhythmus mit einer Schlafphase von rund 8 Stunden am Stück, den Rest des Tages ist man wach und geht den gewohnten Tätigkeiten nach.

 

 

2_Biphasischer SchlafDer Biphasische Schlaf besteht aus einer verkürzten Schlafphase in der Nacht sowie einem rund 20-Minütigen Nickerchen tagsüber. Durch die versetzten Ruhezeiten wird dabei die totale Schlafzeit von 8 auf 6.3 Stunden reduziert.

 

 

3_Everyman Das Everyman-Modell sieht vor, dass eine Hauptschlafphase von 3 bis 3.5 Stunden sowie über den Tag verteilt drei rund 20-minütige Naps stattfinden. Die insgesamte Schlafdauer wird so auf rund 4 bis 4.5 Stunden reduziert

 

 

5_Uberman Aus der Ableitung von Nietzsches „Übermenschen“ entstand das Uberman-Konzept. Dabei gewöhnt man sich über den Tag verteilt 6 exakt 20-minütige Powernaps statt, wodurch die totale Schlafdauer auf gerade mal 2 Stunden sinkt.

 

 

 

Die Umstellung auf ein polyphasisches Schlafmodell

Für einen Selbstversuch ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, dass eine Umstellung keine Sache von ein paar Tagen ist. Da man dem Körper einen neuen Rhythmus antrainiert, dauert es mindestens 3 Wochen, bis die Umstellung ganz vollzogen ist. Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich einen exakten Zeitplan zurechtzulegen, um die geplanten Schlafzeiten genau einhalten zu können. Abweichungen von mehr als einer Stunde werfen den Körper in der Umstellung direkt wieder ein paar Schritte zurück.

Erfahrungen

Es lassen sich viele Erfahrungsberichte finden, welche jedoch alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die meisten Berichte, so wie dieser von einem Studenten im Spiegel, berichten von gescheiterten Versuchen. Die Gründe sind dabei vielfältig, im Endeffekt wird jedoch der Schlafdruck irgendwann zu gross, die Experimente werden früher oder später abgebrochen. Die selbst-Tester berichten von Konzentrationsschwierigkeiten, Energielosigkeit und teilweise trotz Müdigkeit auftretenden Einschlafproblemen.

Im folgenden Video berichtet Matthew Armstrong davon, erfolgreich 30 Tage absolviert zu haben. Die Gründe dafür, dass er es geschafft hat, sieht er in seiner hervorragenden gesundheitlichen Verfassung, die ihn die ersten schweren Tage unbeschadet überstehen liessen. Schlussendlich brach jedoch auch er das Experiment ab, da kleinste Störungen im Rhythmus zu extremer Müdigkeit führen.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Thema ungeklärt. Da die Schlafforschung noch in den Kinderschuhen steckt, lassen sich keine Aussagen zu Langzeitfolgen und einer damit zusammenhängenden Gefahr für ernsthafte körperliche Folgeschäden treffen.

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